Mittwoch, 15. August 2007

Chinesisches Zimmer

Ein Computer hat eine Syntax, aber keine Semantik. Der ganze Witz der Parabel mit dem Chinesisch-Zimmer besteht darin, uns an etwas zu erinnern, das wir die ganze Zeit über gewusst haben.

von John R. Searle im Buch Geist, Hirn und Wissenschaft (1984) im Text Können Computer denken ? auf Seite 32

Julia 2

"Die Antwort auf die Frage 'Kann ein Computer zur Psychotherapie eingesetzt werden?' hat sich in den letzten zwanzig Jahren verändert. Früher war die Euphorie und die Abwehrhaltung enorm ('Ein Computer kann niemals einen Psychotherapeuten ersetzen'), heute ist die Sicht pragmatischer geworden ('Ein Psychotherapieprogramm kann nicht mehr schaden als das Lesen eines Selbsthilfebuchs.') Dies ist einerseits auf ein anderes Verständnis von Psychotherapie zurückzuführen, andererseits auf eine Durchdringung des Alltags mit Computertechnologie."
von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 13.09.1999

Julia

In gewissen Situationen wird heutzutage Computern Denkvermögen zugestanden. Das Trennende zwischen Mensch und Maschine ist nicht mehr das fehlende Denkvermögen, sondern das fehlende Empfindungsvermögen und die Lebendigkeit. Denken bedeutet nicht Leben. Der Turing-Test hat heute an Brisanz verloren. Allgemein lassen sich solche Veränderungen sehr gut an Kindern beobachten, da sie sich in ihrer Entwicklung intensiv aber unvoreingenommen durch kulturelle Vorgaben mit diesen Fragen auseinandersetzen. Mit dem Computer ergeben sich neue Perspektiven auf alte Fragen wie 'Was ist Leben?', 'Was ist Denken?', 'Was ist das spezifisch Menschliche?'

von Beat Döbeli Honegger, erfasst im Biblionetz am 13.09.1999

Können Computer denken 5

Jemand (E. W. Dijkstra) sagte einmal, die Frage, ob Computer denken können, gleiche der Frage, ob U-Boote schwimmen können. Diese Analogie ist ziemlich stimmig. Wir wissen alle mehr oder minder, wozu U-Boote in der Lage sind - und sie können in der Tat so etwas wie schwimmen. Aber wirkliches Schwimmen bringen wir mit organischen Wesen in Verbindung, mit Menschen und Fischen, nicht mit uBooten. In Analogie dazu mögen wir eine ziemlich gute Vorstellung von den Fähigkeiten einer Rechenmaschine besitzen; aber wahres Denken verknüpfen wir im Geiste mit Homo Sapiens oder mit einigen weitentwickelten Säugetieren wie Affen und Delphinen, nicht aber mit einer Ansammlung von Bits und Bytes auf Silikonbasis

von David Harel im Buch Das Affenpuzzle (2000) im Text Manchmal können wir es nicht auf Seite 178

Können Computer denken 4

The essence of language as a human activity lies not in its ability to reflect the world, but in its characteristic of creating commitment. When we say that a person understands something, we imply that he or she has entered into the commitment implied by that understanding. But how can a computer enter into a commitment ?
von Terry Winograd, Fernando Flores im Buch Understanding Computers and Cognition (1987) im Text Understanding language auf Seite 123

Können Computer denken 3

Es ist auch interessant, anzumerken, dass im Rahmen unserer Definition viele sehr einfache mechanische Geräte zumindest das Phänomen des "Lernens null" zeigen. Die Frage lautet nicht: "Können Maschinen lernen?", sondern: "Welche Ebene oder Ordnung des Lernens erreicht eine gegebene Maschine wirklich?"
von Gregory Bateson im Buch Ökologie des Geistes im Text Die logischen Kategorien von Lernen und Kommunikation (1971) auf Seite 368

Können Computer denken 2

Der Computer ist nur ein Bogen eines grösseren Kreislaufs, der immer einen Menschen und eine Umwelt einschliesst, von der Informationen empfangen werden und auf die nach aussen tretende Mitteilungen des Computers Einfluss haben.
von Gregory Bateson im Buch Ökologie des Geistes (1972) im Text Die Kybernetik des "Selbst": auf Seite 410